Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
WeltgeschichtenDie Vermessung der WeltDer IllegaleHimmel und HändeDer SteppenwolfRäuber Hotzenplotz und die MondraketeDas Schmuckstücknichts, was uns passiertSonnenstrahl im KopfsalatWhat on Earth ?!

Aktuelles

Unsere Vorstellungen im Februar

Auch in diesem Monat bieten wir in Bruchsal ein vielfältiges Programm für Theaterbegeisterte jeden Alters.


Ensembleprojekt nach Motiven von Sergej Gößner

What on Earth ?!

815 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Der Durchschnittsdeutsche verursacht im Jahr 37 kg Plastikmüll. Seit die Erde sich dreht, gab es fünf große Artensterben. Wir befinden uns im sechsten. Zu den Umweltproblemen kommen Kriege und wirtschaftliche Probleme. Etwa 157.000 Menschen starben 2016 durch bewaffnete Konflikte. Im Bundestag sitzt eine rechtspopulistische Partei, meine Schulnoten sind schlecht, Mira knutscht mit Julius Winkler und meine Eltern wollen sich trennen. Wie kann ich die Welt retten, wenn ich nicht einmal meine eigenen Probleme bewältigen kann? What on Earth ?! beschäftigt sich mit Umweltschutz und Zukunftsangst und sucht notwendige Utopien. Mit Mongos gewann Sergej Gößner 2018 den JugendStückePreis des Heidelberger Stückemarkts. Für What on Earth ?! hat er zusammen mit der jungen BLB das Stipendium des Arbeitskreises Junges Theater Baden-Württemberg gewonnen, das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden- Württemberg gestiftet wird.

Ab 14 Jahren/ab 9. Klasse

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Holger Schober

Sonnenstrahl im Kopfsalat

Arginin und Tyrosin sind Aminosäuren, sie leben im Körper von David Meiner und sind für dessen Gedächtnisvermögen zuständig. Gerade kämpfen sie hier aber einen harten Kampf! David hat Demenz. In seinem Kopf herrscht zunehmendes Chaos. Manchmal vergisst er, was er gerade tun wollte, steht im Pyjama in der Kälte oder legt seinen Hausschlüssel ins Gemüsefach. Es kommt vor, dass er seine Enkelin Sarah für die Putzfrau hält. Sarah wünscht sich, dass Opas „Kopfsalat“ noch einmal von einem Sonnenstrahl erhellt würde. Sie unterstützt ihn, so gut es geht, versucht, sich auf seine Weltwahrnehmung einzulassen, auch wenn das manchmal viele Nerven kostet. Argi und Tyra arbeiten auf Hochtouren, aber die Erinnerungen verblassen nach und nach. 

Sonnenstrahl im Kopfsalat ist ein feinfühliges, mal trauriges, mal humorvolles Stück zum Thema Demenz. Holger Schober schrieb damit zum zweiten Mal einen Theatertext zur Uraufführung an der Badischen Landesbühne.

Ab 10 Jahren/ab 5. Klasse

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Henry Miller

Das Lächeln am Fuße der Leiter

Das erzählerische Kabinettstück Henry Millers: Die Geschichte vom Clown, der sich nicht damit zufriedengeben mag, die Leute zum Lachen zu bringen. So ist es die Geschichte von seinem Lächeln, seiner Trance, dem Mond und der Leiter. Der Clown August ist auf dem Gipfel des Ruhms angekommen und wirft alles hin. Er taucht ein in die Masse der Namenlosen, versteckt sich hinter anderen Identitäten. Vielleicht geht er auch nach Südamerika? Aber er ist kein Albatros! Auch er hat Hunger. Er hatte seine eigenen Grenzen überschritten. Das Lachen der Menschen genügte ihm nicht mehr, er wollte ihnen die Freude schenken. Aber Freude ist die Gabe Gottes. Wohin in der Welt? Wohin mit sich selbst? Die Gestalt des Clowns August gleicht dem Autor Miller vielleicht am ehesten in seiner Suche nach Reinheit und Glückseligkeit. Der Held verliert seine Identität und findet sie wieder. Eine Künstlergeschichte voller Schönheit und Verzweiflung, voller Poesie und Musik. Traumhaft, surrealistisch und weise.

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Bettina Wilpert

nichts, was uns passiert

Sommer 2014. In Brasilien ist Fußballweltmeisterschaft, in Deutschland Partystimmung, im Leipziger Studentenmilieu wird mit viel Alkohol gefeiert. Anna ist 27 Jahre alt. Sie will dolmetschen, jobbt nach dem Studium in einer Kneipe und lernt Jonas kennen. Er promoviert über ukrainische Popliteratur und hat eben eine Trennung hinter sich. Die beiden sind sich sympathisch und verbringen zusammen eine Nacht, aus der nichts folgt; kein gemeinsames Frühstück, keine Verabredung. Zufällig treffen sie sich auf einer Party wieder, völlig betrunken schleppt Jonas Anna ab. Aber sie will diesmal keinen Sex und sagt nein – oder glaubt zumindest, nein gesagt zu haben. Anna ist zu kraftlos, zu betrunken, um Jonas aufzuhalten. Ihr ist klar, dass er ihr Selbstbestimmungsrecht missachtet hat. Erst nach zwei Monaten Wut und Depression zeigt sie ihn an. Aber was sie als Vergewaltigung erlebt hat, war für ihn nicht der beste, aber ohne den geringsten Zweifel einvernehmlicher Sex. Er fühlt sich gebrandmarkt, stigmatisiert, sie sieht sich als Falschbeschuldigerin diffamiert. Denn bald wird überall über den Fall gesprochen, in der Universität, in der ganzen Stadt. Wer hat Recht? Was ist in besagter Nacht wirklich passiert? Berichte von Anna und Jonas, von Freunden, Verwandten, Uni-Professoren, WG-Mitbewohnern und Arbeitgebern ergeben ein widersprüchliches, komplexes Bild. Der Roman nichts, was uns passiert thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, Täter und das Umfeld hat und wie unsere Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht. Bettina Wilpert erhielt für ihren Debütroman, der 2018 erschien, u. a. den aspekte-Literaturpreis.  

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Günther Weisenborn/Konstantin Wecker

Der Illegale

Günther Weisenborn, ein junger Schriftsteller aus dem Rheinland, wurde 1928 in Berlin gefeiert: Sein Stück U-Boot S4 war an der Volksbühne ein großer Erfolg. Weisenborn zog nach Berlin, schrieb Theaterstücke und unter dem Titel Barbaren einen ersten Roman. Sein künstlerisches Schaffen fand mit der Machtergreifung Hitlers 1933 ein jähes Ende: Sein Roman wurde verbrannt, seine Stücke verboten. Weisenborn schrieb unter Pseudonym weiter und schloss sich 1937 einer Widerstandgruppe an, die von der Gestapo den Namen „Rote Kapelle“ bekam. 1942 folgten Verhaftung, Verurteilung und Inhaftierung im Zuchthaus Luckau, wo er 1945, kurz bevor er hingerichtet werden sollte, befreit wurde. Zurück in Berlin schrieb er das Schauspiel Die Illegalen, in das er seine Erfahrungen aus dem Widerstand einfließen ließ. Ob als junger Wilder in der späten Weimarer Republik oder als kompromissloser Autor im Nachkriegsdeutschland: Weisenborn hat immer wieder klar Stellung bezogen. Er verstand es, Poesie und politische Haltung miteinander zu verbinden. Als beständiger Mahner gegen Wiederbewaffnung, Atomkrieg und rechten Ungeist blieb er bis in die sechziger Jahre unbequem für die Herrschenden. Mit der literarischen Revue Der Illegale widmen wir uns einem einstmals vielbeachteten und erfolgreichen Autor, der nach seinem Tod 1969 bald in Vergessenheit geriet. In einer Collage aus seinen Texten, Szenen und Songs wollen wir ihn wiederentdecken und im Kontext seiner Zeit vorstellen. Dabei werden erstaunliche und zum Teil erschreckende Parallelen zur Gegenwart deutlich. 

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Gertrud Pigor

Ein König zu viel

War ja klar, dass keiner der beiden für den anderen Platz machen wollte. So sind König Karl und König Fritz eben mit ihren Heißluftballons zusammengerasselt und ins Meer gestürzt. Nur gut, dass sich die beiden auf eine einsame kleine Insel retten konnten. Eine einsame kleine Insel? Mit zwei Königen? Und wer bitte gibt da den Untertan, damit der andere vernünftig regieren kann? Wettkämpfe in den Königsdisziplinen Schnick Schnack Schnuck, Scheingefecht und Sängerkrieg können jedenfalls nicht klären, wer der wahre Inselkönig ist. Denn klein beigeben ist Karls und Fritzens Sache nicht. So rangeln die beiden weiter, und zwar so heftig, bis ihnen beinahe wirklich der sprichwörtliche Zacken aus ihren Kronen bricht. 

Gertrud Pigors Stücke richten sich meist an sehr junges Publikum und werden von zahlreichen Bühnen aufgeführt. Ihr Theaterstreit über sture Bestimmer und andere Dickköpfe erklärt kleine Zankereien zu großen Spiegelgefechten.

Ab 4 Jahren/Kindergarten/Vorschule

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Leben heißt handeln

Café Europa: Albert Camus

Am 4. Januar 1960 kam der Philosoph und Schriftsteller Albert Camus bei einem absurden Autounfall ums Leben. Auch 60 Jahre nach seinem Tod hat sein um die transzendentale Obdachlosigkeit des Menschen kreisendes Werk nichts an Klarheit, Schärfe und Faszination eingebüßt. Als Camus 1913 in der Nähe von Algier in ärmlichen Verhältnissen zur Welt kam, deutete nichts darauf hin, dass er eines Tages zum Pariser Starintellektuellen und zu einer Leitfigur der Résistance werden würde. Im Schatten der Hakenkreuzfahne entwickelte er in Essays und Romanen seine „Philosophie des Absurden“. Die Situation des Menschen sei absurd, weil die Welt an sich keinen Sinn habe. Das Leben könne nur durch die Revolte gegen das Absurde und durch den Kampf für die Würde des Menschen Sinn erhalten. Diese permanente Revolte ist gemäß Camus die Aufgabe der Kunst.

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Entdecken Sie Ihr Theater!

Hausführung

Unsere Hausführung führt in die Maske, die Schneiderei, den Kleiderfundus, auf die Bühne, die Hinterbühne, den Schnürboden, in das Hexagon und in die Werkstätten in der John-Deere-Straße. Die Platzanzahl ist begrenzt, um Voranmeldung wird gebeten. Der Eintritt beträgt 5 Euro/ermäßigt 3 Euro. Für die Mitglieder des Freundeskreises Badische Landesbühne ist die Hausführung kostenlos.

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Konzeption&Gestaltung: Artbox - Agentur f. Kommunikation und Design
Umsetzung: egghead Medien GmbH