Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
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Rezensionen

Stephen King/William Goldman

Misery

Überzeugend spielten Evelyn Nagel und René Laier in »Misery« (Elend) die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes und den Schriftsteller Paul Sheldon. Hannes Höchsmann, 2017 nach 32 erfolgreichen Jahren an der Badischen Landesbühne in den Ruhestand verabschiedet, war in einer Gastrolle als glückloser Sheriff Buster zu sehen.


Beindruckende Szene, wie sie ihn mit dem Vorschlaghammer angreift. Blankes Entsetzen und Enttäuschung bei ihm und beim Publikum, als Annie das Glas Wein umstößt, in dem er die Medizin aufgelöst hatte, um sie auszuschalten. Große Gefühle, verstärkt durch die passende Musik von Ziggy Has Ardeur.

Main-Echo



Bei der ausgesprochen gut besuchten Premiere überzeugte René Laier in der Charakterrolle des Paul Sheldon, der nicht weiß, wo und wer er ist: Mit gebrochenen Beinen und lädierter Hand vegetiert der New Yorker Schriftsteller in einem Bett apathisch vor sich hin. Ganz allein ist er aber nicht: Mit der schrulligen Annie Wilkes (Evelyn Nagel) umsorgt ihn sein „Fan Nummer eins“ mit Sprüchen à la „solange Annie bei dir ist, kann dir nichts passieren“.


Nicht nur durch manchen Griff in die musikalisch-dramaturgische Trickkiste, sondern ebenso durch geschliffene Dialoge und die Darstellung zweier auf den ersten Blick gegensätzlicher und in ihrer Schrulligkeit doch vereinigter Charaktere vermochte die sich sehr nah am 1987 erschienenen Buchklassiker sowie an William Goldmans Filmfassung orientierende Inszenierung von Carsten Ramm auf ganzer Linie zu überzeugen.

Fränkische Nachrichten/ad



Um einen erfolgreichen Schriftsteller und seine leidenschaftlichste Anhängerin geht es in dem Roman „Misery“ (auf Deutsch unter dem Titel „Sie“ erschienen) von Stephen King. Die Bühnenfassung von William Goldman hatte nun in einer Inszenierung von Carsten Ramm an der Badischen Landesbühne in Bruchsal Premiere. Der Regisseur fokussiert den Machtkampf zwischen den ungleichen Figuren, der bis zuletzt spannend bleibt.


Mit den Horrorelementen in Kings Vorlage geht die Inszenierung geschickt um: Das Schrecklichste geschieht zwischen den Szenen im Dunkeln zum düster-stürmischen Soundtrack von Ziggy Has Ardeur, während in den Dialogen immer wieder Ironie aufblitzt. Das Bühnenbild von Tilo Schwarz und die Kostüme von Kerstin Oelker greifen das Bedrohliche in dunklen Farben auf, um es mit heiteren Elementen, wie wiederholten Blumenmustern, spielerisch zu brechen.

BNN/Sibylle Orgeldinger



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