Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
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Rezensionen

Bertolt Brecht

Leben des Galilei

Die Landesbühne präsentierte Brechts episches Stück in einer auf knapp zweieinhalb Stunden gekürzten Fassung, die mit nur zehn Darstellern gespielt werden kann. Durchgehend anwesend auf der Bühne ist dabei der überzeugend agierende René Laier als Galilei. Wortreich und von Idealismus beseelt zeigt er seinem begabten Lieblingsschüler Andrea (Colin Hausberg) seine Entdeckungen, steckt ihn mit wissenschaftlicher Begeisterung an.


Furchterregend auch Markus Hennes als Oberster Inquisitor und Evelyn Nagel als gebrechlicher Kardinal Bellarmin, der mit jedem zornigen Aufstampfen seiner Gehstöcke ein Todesurteil besiegelt. Sina Weiß spielt Galileis naive Tochter Virginia, die sich, von ihrem Verlobten Ludovico (David Meyer) verlassen, aus Angst um ihren Vater selbst zum Spitzel der Inquisition macht. Interessante Figuren sind die jungen Mönche (Tobias Karn, Martin Behlert, Colin Hausberg), die einerseits Teil des Systems sind, andererseits aber auch den Verlockungen der verbotenen Erkenntnis erliegen.

Rhein-Neckar-Zeitung/Pia Geimer



Eine von Tilo Schwarz asketisch gestaltete Bühne erwartete das Publikum: eine Schiefertafel voller mathematischer Formeln erfüllt den kompletten Bühnenhintergrund. Darüber spannt sich ein bläulicher Himmelsstreifen, das Objekt der Begierde des von René Laier eindrucksvoll verkörperten leidenschaftlichen Astronomen Galileo Galilei.

Viel Applaus gab es für ein engagiert spielendesEnsemble–darunterSinaWeiß als Galileis Tochter Virginia und Evelyn Nagel in ihrer Doppelrolle als Frau Sarti und Kardinal Bellarmin – von einem nachdenklichen Publikum.

Rhein-Neckar-Zeitung/Barbra Nolten-Casado



Im Mittelpunkt steht der Physiker Galileo Galilei (1564 - 1642), überzeugend gespielt von René Laier, der mit Hilfe eines Fernrohrs beweisen kann, dass das alte ptolemäische Weltbild mit der Erde im Mittelpunkt des Universums nicht stimmt, dass also die Erde nur ein kleiner Stern unter unendlich vielen anderen ist.


In einer tollen Szene macht die Investitur, also die »Einkleidung« des Kardinals in die päpstlichen Gewänder, dessen Einsetzung ins neue Amt, aus dem Anhänger Galileis einen Vertreter der alten Ordnung.

Main-Echo/Wolf Wiechert



Klar und logisch wie ein naturwissenschaftlich geprägtes Weltbild wirkt die Bühne von Tilo Schwarz: Eine halbrunde Schiefertafel, die den gesamten Bühnenhintergrund umspannt, darüber eine farbig beleuchtete Leinwand in derselben Form, das war’s. Einziges Möbelstück ist ein kleiner Tisch, dieser allerdings voll beladen mit gesammeltem Weltwissen, schließlich forscht Galileo Galilei (René Laier) wie ein getriebener an den Bewegungen der Himmelskörper.

BNN/Nina Setzler



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