Die Badische Landesbühne

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Weltgeschichten

Rezensionen

Finn-Ole Heinrich/Dita Zipfel

Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt

Wie wichtig eine konsequente Regie für die Ausformung einer Ästhetik sein kann, zeigte Joerg Bitterich von der Jungen Badischen Landesbühne Bruchsal mit „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“ von Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel. Mit nur drei Schauspielern und den Flachrequisiten von Georg Burger entwickelt der Regisseur mit hohem Spieltempo eine comichafte Version dieses Stoffes, der davon erzählt, wie Maulina mit der neuen Situation, aus ihrem Paradies heraus genommen zu werden und zu begreifen, wie krank ihre Mutter ist, umgehen muss. Auch hier wird die Geschichte aus der Perspektive des Mädchens erzählt, ist ganz und gar auf ihren Erfahrungsraum beschränkt. So wird es möglich, dass das junge Publikum voll in die Geschichte eingesogen wird und unaufdringlich dem Lernprozess Maulinas als spielerischen Handlungen nachvollziehen kann. Mit hohem komödiantischem Einsatz erzählen Yasmin Vanessa Münter, Norhild Reinicke und Frederik Kienle diese Geschichte, die hier in die Nähe eines Comic-Strips kommt, der den Schwerpunkt auf die Aktionen legt und nicht auf die Entwicklungen von deren Motiven.

Nachtkritik/Manfred Jahnke



In seiner Inszenierung des Stücks vermittelt Joerg Bitterich die ganze Bandbreite der Gefühle eines Kindes, dessen Welt in Unordnung geraten ist: Wut, Verzweiflung, Hoffnung wider jede Vernunft. Er zeigt zugleich, dass auch in schweren Zeiten Schönes geschehen kann und dass es in Ordnung ist, sich darüber zu freuen – beispielsweise über einen neuen Freund oder eine lustige Geburtstagsfeier.


Die Schauspielerin Yasmin Vanessa Münter verkörpert Maulina mit schier unerschöpflicher Energie, lässt sie stampfen und strampeln, mal wortlos schreien, mal überdeutliche Worte brüllen. Ihr zur Seite spielen Norhild Reinicke und Frederik Kienle verschiedene Rollen. Besonderes Lob gebührt den beiden für die gemeinsame Darstellung des Maulina fremd gewordenen Vaters, der von Reinicke die (Mund-)Bewegungen und von Kienle die Stimme verliehen bekommt. Hervorzuheben ist auch die Ausstattung von Georg Burger. Mit einprägsamen Bildern und schonungslosen Worten führt das Stück vor, wie kompliziert die Welt ist – mal zum Weinen, mal zum Lachen, manchmal beides gleichzeitig. Nach der Premiere im Bruchsaler theater treppab war es im Publikum einen Moment ganz still.

Bruchsaler Rundschau/Sibylle Orgeldinger



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