Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
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Rezensionen

Giovannino Guareschi/Gerold Theobalt

Don Camillo und Peppone

Die beiden? Zu Don Camillo, den Stefan Holm als Durchtriebenen und zeitweise Zweifelnden spielt, und Peppone, den Markus Hennes als prolligen Choleriker mit empfindsamer Seele gibt, kommt eine dritte Hauptfigur: Jesus, der Herr, leibhaftig anwesend und ausgesprochen wortgewaltig. David Meyer, mit Lendenschurz, Tunika oder Sommeranzug, verleiht dem Gekreuzigten eine unwiderstehliche Mischung aus Superiorität und Selbstironie, lässt ihn angesichts der Sturheit der Dorfbewohner auch einmal schwächeln, die Dornenkrone abnehmen und entnervt auf die Kirchenbank sinken.


Regisseur Arne Retzlaff gelingen in der Ausstattung von Ines Unser, die sich auf die Farben Schwarz und Rot konzentriert, hinreißende Szenen aus der „Kleinen Welt“.

Der Kurier/Sibylle Orgeldinger



Mit Lederjacke, Halstuch, Schiebermütze und Schnurrbart kostet Markus Hennes als Peppone alle Facetten dieser Figur genüsslich aus. Stefan Holm ist der souveräne religiöse Manager und Drahtzieher Camillo. Dem geht in seiner überschaubaren Seelsorgeeinheit die Spiritualität zwar völlig ab; dafür hat er die Fähigkeit zur Selbstkritik. Wenn sie von Jesus angestoßen wird, mit dem er sich intensiv austauscht. David Meyer ist als „der Herr“ mit Lendenschurz oder Designer- Anzug ein Fels in der italienischen Brandung, klug argumentierend und umwerfend lässig.

Bruchsaler Rundschau/Thomas Liebscher



Die Zuschauer im ausverkauften Burggraben kamen aus dem Lachen kaum heraus, wenn die konservative Fraktion rund um den Dorfpfarrer und die kommunistischen Anhänger des Bürgermeisters Peppone aufeinandertrafen. Nichtsdestotrotz gab es in dem Stück auch ernste Untertöne und Nachdenkenswertes für die heutige Zeit – sowie eine rührende Liebesgeschichte.

Fränkische Nachrichten/



Gerade weil "Don Camillo und Peppone" zu den verfilmten Kultstücken gehört, waren die Filmschauspieler, der Komiker Fernandel als Don Camillo und der vierschrötige Italiener Gino Cervi als Peppone, präsent. Stefan Holm als Don Camillo hatte die Mimik und Gestik Fernandels sehr gut studiert und übernommen, Markus Hennes konnte als Peppone genauso grimmig schauen und fürchterlich brüllen wie sein Filmvorbild Gino Cervi. Dass aber Jesus selbst auf der Bühne agierte, gab dem Stück eine besondere Würze und etwas sehr Menschliches. Der sehr gut gebaute David Meyer spielte den Gekreuzigten zunächst nur mit Lendenschurz bekleidet, dann in eine Soutane gehüllt und schließlich im flotten weißen Anzug, immer mit einem gewissen Augenzwinkern.


Viel Beifall gab es zum Schluss von den zahlreich anwesenden Zuschauern für das flotte Spiel, für den Spaß, für die gute Unterhaltung, für das Augenzwinkern und auch für das hübsche Bühnenbild.

Rhein-Neckar-Zeitung/Heidemarie Canis



Da wird einem nie langweilig - auch nicht als Zuschauer: Das turbulente Bühnenspektakel schenkte dem Publikum im Museumshof einen ansprechenden Abend mit viel Flair.

Die Inszenierung von Arne Retzlaff zog dabei alle Register der hohen Theaterschule: Herbe und sympathische Dialoge voll Witz und Charme, ein Fahnenmarsch über die Bühne, gut gelaunte und bestens aufeinander eingespielte Darsteller, die puristische und gerade deswegen exzellente Requisite und natürlich Guareschis legendäre Rahmenhandlung ergänzten sich gegenseitig in perfektem Maß – hier fehlte es an nichts. Das wusste das geneigte Publikum auch mit gehörigem Applaus zu würdigen.

Fränkische Nachrichten/ad



Es geht turbulent zu, das Publikum in der Stadthalle wird mit erfrischendem Wortwitz und reichlich Situationskomik verwöhnt. Politische Lieder und die Internationale wetteifern mit Kirchenliedern, rote Fahnen mit Hammer und Sichel werden geschwenkt, die Fäuste trotzig erhoben, während Don Camillo (Stefan Holm) das Kruzifix auch als Keule benutzt.


Das Gengenbacher Publikum kommt voll auf seine Kosten weil die Inszenierung bei allem Klamauk immer auch eine Lanze bricht für Toleranz und Offenheit, die Ideale einer pluralistischen und humanen Gesellschaft.

Offenburger Tagblatt/Jürgen Haberer



Die Komödie ist mehr als reiner Spaß: Sie ist tiefsinnig ohne intellektuelle Schwere, eine moralische Aufforderung ohne Ausrufezeichen und skizziert das Ringen um eine politische Lösung in einer Zeit des Kalten Krieges mit warmherzigem Augenzwinkern. Eine grandiose Umsetzung der Badischen Landesbühne. 

Rhein-Neckar-Zeitung/Christiane Barth



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