Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
WeltgeschichtenDie Vermessung der WeltDer IllegaleHimmel und HändeDer SteppenwolfRäuber Hotzenplotz und die MondraketeDas Schmuckstücknichts, was uns passiert

Rezensionen

Günther Weisenborn/Konstantin Wecker

Der Illegale

Es ist gerade diese Schlichtheit und berührende Intensität, der völlige Verzicht auf jede Theatralik, der in diesem Stück eine geradezu erschütternde Aktualität verleiht.


Carsten Ramm und der Landesbühne ist mit Der Illegale ein Coup gelungen – ein Stück, das auch in der Gegenwart sehr unbehagliche Fragen aufwirft.

Rhein-Neckar-Zeitung/Pia Geimer


Dem heute fast vergessenen Dichter widmet Landesbühnen-Intendant Carsten Ramm einen Liederabend, zu dem Konstantin Wecker neue Musik beisteuerte: Songs in seinem typischen melodiösen Liedermacher-Sound, die stets den Sprachrhythmus aufnehmen, manchmal zu den harten Klängen Kurt Weills neigen oder in einen lustigen Couplet-Stil fallen. Farbenreich begleiten Oliver Taupp und Konstantin Malikin die fünf Schauspieler mit Klavier und Cello.

musicals – Das Musicalmagazin/Angela Reinhardt


Wie viel Zeitgemäßes in Weisenborns Songs aus der Widerstandsbewegung der vierziger Jahre steckt, bringt Wecker musikalisch zum Klingen.


Die Kunst Weckers und Ramms liegt darin, dass sie Weisenborn aus dem engen stilistischen Korsett des Agitprop befreien. Nüchterner Realismus ist nur die eine Facette seines Werks. Wecker und Ramm fördern auch die Poesie zutage, die den Texten des Literaten innewohnt.

Theater der Zeit/Elisabeth Maier


Die Lebenserinnerungen des 1902 in Velbert geborenen und 1969 in Berlin verstorbenen Dichters und Antifaschisten Günther Weisenborn blätterte Intendant Carsten Ramm für die Badische Landesbühne mit „Der Illegale“ auf: eine Collage aus Texten, Szenen und Songs von Konstantin Wecker mit viel Herzblut.

Fränkische Nachrichten/Felix Röttger


Eindrucksvoll gelingt es dem engagiert auftretenden Ensemble, die Stimmungen eines nie den Glauben an eine bessere Zukunft verlierenden Künstlers mit viel Poesie und Verve vorzutragen.


Eine Videoleinwand verstärkte die Wirkung der Originaltexte und Lieder, die von Oliver Taupp am Klavier und dem Cellisten Konstantin Malikin im „Konstantin Wecker-Sound“ mitreißend begleitet wurden. Am überzeugendsten gelang dies mit dem vielstimmigen Song „Wir sind die Illegalen“, den das Ensemble als Zugabe und „Rausschmeißer“ wiederholte.

Main-Echo/Felix Röttger


So lief denn diese Aufführung mit eindringlichen Texten und Liedern rockig bis kammermusikalisch über die Bühne, wenig dramatisch aneinander gereiht, aber mit viel Engagement der fünf Schauspielerinnen und Schauspieler sowie von Oliver Taupp und Konstantin Malikin am Klavier beziehungsweise am Cello.


Angst und Hoffnungslosigkeit in der Gruppe, „nach uns greift der Tod“, wurden in den Texten und Liedern überaus deutlich, wie auch die Parallelen zur Gegenwart, die Hoffnung auf die „Nachgeborenen“.

Wertheimer Zeitung/Wolf Wiechert


Der Intendant der Badischen Landesbühne entdeckte den direkt nach dem Zweiten Weltkrieg häufig gespielten Stoff dieses vergessenen Widerstandskämpfers und Autors wieder und machte eine beeindruckende und aufwühlende literarische Revue daraus, die am Dienstag in der Aula Alte Steige zur Aufführung kam. Unterstützt wurde das Theatererlebnis durch die von Konstantin Wecker vertonten Texte Weisenborns, die die Schauspieler und Musiker mit großem musikalischen Geschick vortrugen.

Fränkische Nachrichten


Pathos und Theatralität hat sich das Schauspiel-Quintett Colin Hausberg, René Laier, Evelyn Nagel, Vivien Prahl und Tim Tegtmeier abgeschminkt, umso klarer treten zermürbende Verzweiflung und Verunsicherung zutage: Wem kann ich trauen, wer ist auf welcher Seite?

Heilbronner Stimme/Leonore Welzin


René Laier ist der Erzähler, der rational den deutschen Weg in die Katastrophe analysiert anhand der Lebenserinnerungen Weisenborns. Tim Tegtmeier und Vivien Prahl verkörpern in den Spielszenen die jungen Wilden des Widerstandes, die an ihre Kraft glauben (und sie überschätzen). Evelyn Nagel übernimmt unter anderem die Rolle einer Anklägerin in der Rückschau. Colin Hausberg entspricht dem Autor am ehesten – vorsichtig tastend, von Angst erfüllt, kein Held, getragen vom Anspruch, etwas tun zu müssen und begleitet von der Traurigkeit, dass es den Menschen wenig bedeuten wird.

Nachtkritik/Steffen Becker


René Laier trägt in bewegender Intensität zentrale Kapitel aus Weisensborns „Memorial“ vor, Evelyn Nagel führt in einer perfiden Verhörszene mit Vivien Prahl die unmenschlichen Methoden der Gestapo vor, Colin Hausberg und Tim Tegtmeier bezeugen in einem Ausschnitt aus „U-Boot S 4“ den leidenschaftlichen Protest gegen den Krieg.


Viele der Texte wurden für die Revue von Konstantin Wecker vertont – musikalisch reizvoll, oft auch provokant in der Kombination von Klavier (Oliver Taupp) und markantem Cello (Konstantin Malikin).

BNN/Rüdiger Krohn



« Zurück

Konzeption&Gestaltung: Artbox - Agentur f. Kommunikation und Design
Umsetzung: egghead Medien GmbH