Die Badische Landesbühne

Die Badische Landesbühne
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Rezensionen

Bettina Wilpert

nichts, was uns passiert

Das Stück beginnt in Form einer Pressekonferenz, bei der über das Geschehen informiert wird. Wenn die beiden unterschiedlichen Sichtweisen von Jonas und Anna dargestellt werden, löst sich dieses starre Format auf. Ein Mann und eine Frau übernehmen jeweils die Rolle der beiden Beteiligten. Andere stellen Schwestern, Freunde und Bekannte dar. So entsteht eine äußerst dichte, intensive und plakative Darstellungsweise der drängenden Fragen: Was geschah in der Nacht?


Die Inszenierung zieht den Zuschauer in die Problematik hinein, ohne die drängenden Fragen zu beantworten, weil es keine allgemeingültigen Antworten darauf gibt.

Martin Bernhard/Fränkische Nachrichten


Inszeniert streckenweise als Verhörsituation im Gericht präsentiert Regisseurin Ruth Messing eine überzeugende Mischung aus Erzählung und Spiel, aus Anteilnahme und Distanz. Überraschend gut wirken die gesplitteten Charaktere: Protagonistin Anna wird mal von Elena Weber, mal von Sina Weiß gespielt, die beide auch noch sowohl Freunde als auch Umfeld darstellen. Mal sprechen die vier Darsteller ins Mikrofon, mal sampeln sie ihre Stimmen, mal singen sie, mal rasten sie aus oder schluchzen mit grellen Scheinwerfern auf dem eigenen Gesicht. Colin Hausberg und David Meyer geben die männlichen Parts in dieser dichten Aufführung, die vor allem auch durch die starke Leistung aller vier Darsteller viel Kraft erfährt.


Das Premierenpublikum spendete viel Applaus für diesen wichtigen Beitrag zur Debatte um sexualisierte Gewalt. Ein empfehlenswerter Abend, über den man sprechen sollte

BNN/Ute Bauermeister



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